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Tschüss, Deutschlandticket

Von kruschel

Portrait Nicole Hauger

Mein Sohn kommt in die Oberstufe. Er ist gerne unterwegs, fährt mit dem Zug nach Mainz oder auch mal weiter weg, besucht Freunde. Mit dem Deutschlandticket kein Problem. Doch ab dem kommenden Schuljahr wird das leider richtig teuer. Wie das?

Das Deutschlandticket gibt es zwar weiterhin für alle – aktuell für rund 63 Euro im Monat –, aber die günstigen Angebote für Schülerinnen und Schüler werden vielerorts gestrichen oder deutlich eingeschränkt. Der Grund ist einfach: Rabatte für Schüler sind nicht einheitlich geregelt, sondern müssen von den Bundesländern oder Schulträgern bezahlt werden. Und genau dort wird jetzt gespart – viele übernehmen diese Kosten nicht mehr oder nur noch teilweise.

Gerade in Rheinland-Pfalz wird das besonders deutlich: Zwar gibt es Schülertickets, aber nicht für alle. Unterstützung bekommen meist nur diejenigen, deren Schulweg weit ist oder deren Familien eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreiten. Viele Oberstufenschüler fallen durch dieses Raster – sie müssen ihr Ticket deshalb selbst oder größtenteils bezahlen. Für viele Familien heißt das: Es wird deutlich teurer, oder es gibt gar keine Unterstützung mehr.

Was mich dabei besonders ärgert: Es geht auch anders – das zeigen viele andere Länder längst. In Luxemburg zum Beispiel ist der öffentliche Nahverkehr seit 2020 einfach komplett kostenlos für alle, also auch für Schüler und in Malta fahren alle Einwohner gratis Bus. Ok, das sind beides kleine Länder, aber auch in manchen Städten Frankreichs können zumindest Einwohner – darunter natürlich auch Schülerinnen und Schüler – Bus und Bahn kostenlos nutzen. Auch spezielle Lösungen nur für junge Menschen gibt es: In Lissabon fahren Kinder und viele junge Erwachsene kostenlos oder stark vergünstigt.

Nicht so bei uns! Ich finde das schade. Plötzlich wird jeder Weg zur Schule, zu Freunden oder zu Freizeitaktivitäten zu einer Kostenfrage. Ich sehe mein Kind jetzt schon überlegen, ob sich eine Fahrt lohnt oder ob man sich das überhaupt leisten kann.

Gerade in der Oberstufe, wo ohnehin genug Druck durch Prüfungen, Hausaufgaben und vielleicht sogar Nebenjobs da ist, brauchen Jugendliche meines Erachtens nicht auch noch zusätzliche Sorgen um Fahrkarten. Mobilität sollte keine Frage des Geldbeutels sein.

Ich hoffe, dass die Politik da noch einmal nachdenkt. Denn ein bezahlbares Ticket für Jugendliche ist nicht nur irgendeine Vergünstigung – es bedeutet Selbstständigkeit, Teilhabe und ein Stück Alltag.

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