// lieferbeginn readonly Zum Hauptinhalt

Kruschel – garantiert ohne KI

Von Eva Fauth

Wenn ich für unsere Kinderzeitung „Kruschel“ die Buchtipps schreibe, begegnet mir in letzter Zeit öfter der Aufkleber „Ohne KI“ auf dem Cover. Eine logische Reaktion der Buchbranche darauf, dass immer mehr KI-generierte Kinderbücher den Markt erobern. Eingeführt hat das der Loewe-Verlag im Februar dieses Jahres. Das Label „Ohne KI“ soll Eltern beim Bücherkauf in Online-Shops Orientierungshilfe geben. Vor allem dort, aber zunehmend auch in Buchhandlungen sind KI-Kinderbücher inzwischen nämlich häufig zu finden und oft nur schwer von echten, „100 % menschlich“ gemachten Büchern zu unterscheiden – noch so ein Label, mit dem Verlage ein Zeichen für Qualität und menschliche Kreativität setzen wollen.

Finde ich gut. Als Fan von Kinderbüchern, die nicht verrückt und fantasievoll genug sein können, aber auch als Kinderzeitungsmacherin. Auch wir schreiben für Kinder und überlegen jede Woche, ganz besonders auf den Nachrichtenseiten, wie wir Kindern erklären, was auf der Welt passiert. Das ist oft ganz schön kompliziert. Man könnte es sich einfach machen und in die Suchmaschine ein Thema oder eine Frage eingeben mit dem Zusatz „für Kinder erklärt“. Meist klingt es gar nicht so schlecht, was die KI da ausspuckt. Aber solche Texte einfach zu übernehmen, geht gar nicht. Und das vor allem aus einem Grund nicht: Wer Kinder ernst nimmt, der weiß, dass schnell gegoogelte Antworten nicht ausreichen. Kinder fragen nämlich nach. Hinterfragen alles. Daran hat sich nichts geändert seit der „Sendung mit der Maus“. Und die gibt es schon seit 55 Jahren. Jahrzehntelang wurde die von Christoph Biemann moderiert. Ich erinnere mich noch gut an einen seiner Vorträge über Journalismus für Kinder. Er kam ohne Power Point und anderen Präsentations-Schnickschnack auf die Bühne, trug seinen legendären grünen Pulli – sein Markenzeichen – und redete einfach nur. Fundiert, sachlich, verständlich – so, wie Kinder auch die Dinge in der „Sendung mit der Maus“ erklärt bekommen.

Dieses Konzept gilt auch für unsere Kinderzeitung. Wer Kindern die Welt erklären will, braucht fundiert recherchierte Texte, eben „100 % menschlich“ geschrieben. Wir wollen die Dinge einfach und verständlich darstellen und machen es uns dabei nicht einfach, auch wenn es technisch vielleicht ginge. Einen Aufkleber für die „Kruschel“-Zeitung haben wir nicht, aber ich versichere gerne hier: „Kruschel“ ist „Ohne KI“. KI für unsere Leserinnen und Leser bedeutet Kruschel-Intelligenz, da ist nix künstlich.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Eva Fauth