
In einer Sache sind meine Kinder und ich einer Meinung: Sommerferien sind großartig. Wir genießen es sehr, mal sechs Wochen die Alltagsstruktur sausen zu lassen, um dann erholt, voller Sonne im Herzen und Abenteuer im Gepäck zurück in die Schule, Hobbys und Ehrenämter zu starten.
Was wir definitiv am wenigsten vermisst haben in den letzten Wochen, sind die Hausaufgaben. Aber ja, ich weiß, sie gehören einfach dazu. Deshalb will ich hier auch gar nicht lange rumjammern oder zu Anti-Hausaufgaben-Demos aufrufen. Ich teile lieber praktische Lerntipps, die uns schon so manches Mal (nicht immer) vor Nervenzusammenbrüchen gerettet und sogar für Spaß beim Lernen gesorgt haben:
Macht ein Spiel daraus: Wie wäre es mit einem Lernworte-, Vokabel- oder Rechen-Spaziergang? Mit Straßenkreide bewaffnet laufen wir manchmal zur nächsten Eisdiele und alle fünf Meter wird ein Wort oder eine Aufgabe abgefragt und mit Kreide auf den Weg geschrieben.
Das 1×1 hat meine Tochter springend auf einem aufgemalten Hüpfkästchen-Spiel gelernt. Ihr gebt eine Reihe vor, sagen wir die verhasste 7, und dann hüpft das Kind von 1 bis 10 die Kästchen ab und löst die passenden Rechenaufgaben dazu. Frische Luft und Bewegung inklusive.
Teilt alles in kleine Lern-Häppchen auf: Eine Sanduhr oder ein Wecker helfen sehr beim Lernen. Fünf Minuten Lernworte, zehn Minuten Vokabeln, fünf Minuten Lesen. Klingt machbar, oder? Und für jedes Lern-Häppchen kann man Häkchen hinter eine Sache machen.
Abwechslung sorgt für Spaß: Immer, wenn die Kinder mal was anders machen dürfen als mit Heft oder Arbeitsblatt ruhig am Tisch zu sitzen, lockert das die Situation auf. Bei uns dürfen die Hausaufgaben überall gemacht werden. Auf dem Boden, dem Trampolin, im Hängesessel: Erledigt ist erledigt. Und ich habe Fensterstifte besorgt. Damit schreiben wir, wenn der Frust kommt, Lerngedöns aller Art ans Fenster. Für alle, die sich vorm Putzen fürchten: In fünf Minuten ist die Farbe weggewischt. Eine ausgewachsene Hausaufgaben-Rebellion dauert definitiv länger.
Diese Tipps klappen vor allem im Grundschulalter gut, irgendwann sind die Kinder zu cool dafür. Und nicht unbedingt jedes Kind springt darauf an. Meinen Sohn konnte ich dafür nie so recht begeistern, meine Tochter umso mehr. Ausprobieren lohnt sich aber auf jeden Fall. Euch wünsche ich viel Erfolg, gute Nerven und nicht vergessen: Die nächsten Ferien kommen bestimmt.
