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Habt Mut zum Vorlesen!

Von Eva Fauth

Wenn am 21.November der bundesweite Vorlesetag stattfindet, wird wieder überall (vor)gelesen. Promis und Politiker besuchen Kitas und Schulen und werden medienwirksam zu Botschaftern fürs Vorlesen. Das ist eine tolle Sache – allein deshalb, weil das Vorlesen in vielen Familien keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Laut Vorlesemonitor bekommt jedes dritte Kind zwischen ein und acht Jahren nicht vorgelesen. Was wiederum Auswirkungen aufs Lesenlernen hat – Kindern ohne Vorleseerfahrung fällt dies oft um einiges schwerer.


So weit, so bekannt. Aber was tun? Ich denke, in erster Linie muss man die Eltern packen. Denn Kinder – ungeachtet aller multimedialen Reize, die vermeintlich für sie viel spannender sind als Bücher – sind begeisterte Zuhörerinnen und Zuhörer. Ich erinnere mich gut, dass selbst die wildesten Kerle bei den Übernachtungspartys meiner Söhne mucksmäuschenstill in ihre Schlafsäcke gekuschelt Gruselgeschichten gelauscht haben. Dass wir gemeinsam Decken und Vorräte in unseren Spielturm geschleppt und diesen zur Lesehöhle umfunktioniert haben. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Es geht schlicht darum, Leseerlebnisse zu schaffen. Und da bieten moderne Kinderbücher und auch andere Medien viele Möglichkeiten.


Das einfachste Beispiel: Vorlesen geht überall und man braucht dafür nicht mal ein Buch. Handys haben die meisten Menschen immer griffbereit und es gibt zahlreiche Apps, über die Kinderbücher heruntergeladen und vorgelesen werden können. Oft mit interaktiven Elementen – Rätselfragen, Suchbilder und mehr. Ganz nebenbei lernen die Kinder dabei auch, dass Handys nicht nur zum Videoschauen und Spielen da sind, sondern man darauf auch lesen kann.


Manchmal gibt es sprachliche Barrieren. Die können mit zwei- oder mehrsprachigen Kinderbüchern im wahrsten Sinne des Wortes spielend überwunden werden. Eine Liste mit empfehlenswerten Büchern gibt es zum Beispiel auf www.stiftunglesen.de. Und die Stiftung Lesen zeigt auch, dass die neuen Medien ganz und gar keine Gefahr fürs Vorlesen sein müssen – im Gegenteil. Der Vorlesetag wird begleitet von einem digitalen Vorlesefest. In Videos lesen Stars, die Kinder cool finden, vor. Mein persönlicher Tipp: der Musikkabarettist Bodo Wartke. Der hat gerade sein erstes Kinderbuch herausgebracht, mit dem für ihn typischen Zungenbrechergeschichten: „In Barbaras Rhababerbar wird niemals der Rhabarber rar“. Das sollte jeder mal versuchen vorzulesen – ein Riesenspaß, nicht nur für Kinder.

Viel Spaß bei Ihren Leseabenteuern wünscht

Eva Fauth