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Die Tiefsee schützen

Von dpa

Wem gehören die Tiefen der Ozeane mitsamt der Rohstoffe? Richtig geregelt ist das bislang nicht. Eine Behörde will das ändern.

Die Meere zwischen den Kontinenten sind riesig. Über die Tiefsee und ihren Meeresboden wissen wir deshalb noch wenig. Manche Leute wollen sie erforschen. Andere wollen damit Geld machen. Eine Behörde versucht, Regeln dafür festzulegen.

Wem gehört die Tiefsee?

Die Tiefsee gehört keinem bestimmten Land. Sie gilt als Erbe der Menschheit und wird von einer Behörde verwaltet. Dort kann man eine Erlaubnis einholen, um den Meeresboden zu untersuchen. Lange Zeit hat sich kaum jemand dafür interessiert. Doch in einer bestimmten Zone beispielsweise ist das anders: Zwischen Mexiko und Hawaii liegen große Mengen Rohstoffe auf dem Meeresboden.

Was gibt es da unten Spannendes?

In dem Gebiet wurden zahlreiche Manganknollen entdeckt. Das sind Klumpen aus Metall, die über Millionen Jahre entstehen. Die Knollen enthalten Rohstoffe wie Mangan, Kobalt, Kupfer und Nickel. Diese Stoffe werden unter anderem genutzt, um Batterien herzustellen. Firmen aus den USA und Kanada möchten darum Bergbau betreiben und die Manganknollen aus der Tiefsee fischen.

Was ist das Problem dabei?

Der Lebensraum in der Tiefsee ist kaum erforscht. «Selbst über die Oberfläche des Mondes wissen wir mehr», sagt Freya Duncker von der Umweltschutzorganisation WWF. Studien zeigen aber, dass Bergbau die Ökosysteme der Tiefsee gefährden könnte. Forschende wollen zunächst wissen, wo sich die Knollen bilden und welche Rolle sie für das Leben im Meer spielen. Deutschland und andere Staaten setzen sich dafür ein, den Bergbau in der Tiefe nicht zu genehmigen.

Welche Regeln gelten in der Tiefsee?

Freya Duncker erklärt: «Gerade wird an künftigen Regeln für einen möglichen Rohstoffabbau in der Tiefsee gearbeitet.» Von verbindlichen Regeln seien die Fachleute aber noch entfernt. Doch die sind nötig, um den Lebensraum zu schützen. Darum treffen sich Vertreter der Behörde derzeit im Land Jamaika. Sie sollen über den Umgang mit den Rohstoffen aus dem Meer entscheiden. Vergangenes Jahr kam es zu keiner Einigung. Für den Umweltschutz war das erst mal gut: Denn so konnte der Tiefsee-Bergbau nicht in Fahrt kommen.

© dpa-infocom, dpa:260727-930-445219/1