
Wenn sich Menschen in Filmen küssen, soll das echt aussehen. Doch es ist auch superwichtig, dass sich die Schauspielerinnen und Schauspieler wohlfühlen. Wie läuft es bei der Serie «Schloss Einstein»?

Heike Thiem gibt dem jungen Schauspieler Matti Schneider Tipps für den Dreh einer intimen Szene.

Heike Thiem ist bei den Dreharbeiten da, damit sich auch bei intimen Szenen alle wohlfühlen.

Heike Thiem ist Intimitätskoordinatorin.
Küssen sie sich gleich? Vor dem Bildschirm wird es aufregend, wenn es im Film zum ersten Kuss kommt. Solche Szenen gehören auch zur Serie «Schloss Einstein». Hier stehen junge Schauspielerinnen und Schauspieler vor der Kamera. Für manche ist der Filmkuss auch ihr erster Kuss. So ein Dreh kann also besonders herausfordernd sein.
«Zum Teil sind es halt Themen, die sie selber noch nie erlebt haben», sagt Heike Thiem. Sie ist bei den Dreharbeiten dabei, wenn es um Intimität geht, also um Berührungen oder Küsse vor der Kamera. Ihr Job heißt: Intimitätskoordinatorin.
Der Kuss ist eine Lippenberührung
Heike Thiem hilft den Schauspielenden, den Filmkuss einzustudieren. Dabei sind alle Berührungen geplant. Man kann sich das wie bei einer Tanz-Choreo vorstellen. «Es gibt zum Beispiel Zählmomente: Ich zähle dann „21, 22, 23, 24.“ Dann kommt die Hand oder dann kommt der erste Schritt aufeinander zu», sagt Heike Thiem. Sie verrät auch: «Es gibt eigentlich keinen Kuss, sondern eine Lippenberührung.»
Die Arbeit von Intimitätskoordinatoren ist wichtig, damit sich am Set alle wohl und sicher fühlen. Denn jeder Mensch hat persönliche Grenzen, wenn es um Berührungen geht. Deswegen werden vor dem Dreh Gespräche mit allen geführt. «Es ist sehr, sehr erwünscht, Grenzen zu benennen», sagt Heike Thiem. «Dann gibt es eine Art Sicherheitscheck. Jeder schaut, was sich sicher anfühlt und was nicht passt. Und ein Nein ist ein Nein und muss nicht erklärt werden.»
Weniger Leute am Set
Die Dreharbeiten von intimen Szenen unterscheiden sich von anderen. «Dann sind nur noch die dabei, die wirklich vor Ort sein müssen, also Regie, Kamera», sagt Heike Thiem. Wenn man beim Dreh feststelle, dass sich etwas nicht gut anfühlt, könne man jederzeit unterbrechen.
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