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Unkraut? Von wegen!

Von dpa

Das Wort Unkraut sollte man einfach weglassen, sagen Fachleute für die Natur. Denn die Pflanzen, die manche Leute so nennen, sind für viele Tiere lebenswichtig.

Insekten lieben diese Pflanzen: Löwenzahn, Brennnesseln und Klee. Doch viele Menschen rupfen sie aus ihren Beeten. Sie halten die Pflanzen für Unkraut. Fachleute sagen: Das sollte sich ändern, um der Natur Gutes zu tun.

Futter für Insekten

Die gelben Blüten dieser Sträucher leuchten schon von weitem. Aber für Insekten sind Forsythien fast ein Betrug. Denn fliegen Bienen, Hummeln und Schmetterlinge zu den knallgelben Blüten, stellen die Tiere fest: Hier gibt es nichts zu fressen. Forsythien haben weder Nektar noch Pollen. Wildpflanzen wie Brennnesseln oder Klee dagegen schon. Für Schmetterlinge sind Brennnesseln besonders wichtig: Tagpfauenaugen und andere Falter legen ihre Eier dort ab. Ihre Raupen ernähren sich ausschließlich von Brennnessel-Blättern.

Futter für Vögel

Wo nichts krabbelt, fliegt nichts. Damit ist gemeint: Leben im Garten keine Insekten, leben dort auch keine Vögel. Eine Fachfrau erklärt: Für Singvögel sollte ein Garten naturnah und insektenfreundlich sein. Kurzer Rasen ohne Löwenzahn oder andere Wildpflanzen? Lieber nicht. «Solche Flächen sind fast tot», sagt die Expertin. Besser als ein Zaun um den Garten sind zudem Sträucher wie Liguster oder Hainbuche. Dort finden Vögel Platz, um ihr Nest zu bauen und in Ruhe zu brüten.

Geld sparen mit heimischen Pflanzen

Heimische Pflanzen im Garten sind also für verschiedene Tiere super. Gleichzeitig kann man mit ihnen Geld sparen. Gezüchtete Pflanzen wachsen manchmal nur ein Jahr. Für die nächste Garten-Saison muss man sie neu kaufen. Heimische Stauden lassen sich dagegen wunderbar teilen und an Nachbarn weitergeben. Einige exotische Pflanzen muss man außerdem düngen, damit sie bei uns gut wachsen. Bei heimischen Pflanzen braucht man normalerweise keinen Dünger. Die Expertin erklärt: Die Vielfalt an verschiedenen Pflanzen ist sogar größer, dort wo die Böden weniger Nährstoffe enthalten.

© dpa-infocom, dpa:260324-930-858518/1