
Wie reagieren Kinder, wenn sie bestochen werden? Das wollten Forschende wissen und haben sich ein Experiment mit einem Malwettbewerb überlegt. Was dabei herausgekommen ist, liest du hier.

Die meisten älteren Kinder im Experiment erkannten: Das Geschenk soll meine Entscheidung beeinflussen.

Im Experiment entschieden Kinder, welches gemalte Bild gewinnen soll.

Im Experiment nahmen jüngere Kinder ein als Bestechung gemeintes Geschenk häufiger an.
Beim Malwettbewerb gehörst du zur Jury und entscheidest, wer gewinnt. Zwei Bilder sind im Finale. Das eine ist deutlich besser gemalt als das andere. Doch beim schlechteren liegt ein Gutschein im Wert von rund zehn Euro dabei. Würdest du dieses Geschenk behalten? Und welches Bild soll deiner Meinung nach gewinnen?
Das haben Forschende Kinder zwischen drei und elf Jahren gefragt. Die Kinder kamen aus Norwegen, Italien, Japan und den USA. Das Ganze war Teil eines großen Experiments. Mit dem wollten die Wissenschaftler herausfinden: Wie reagieren Kinder je nach Alter auf Bestechung? Denn eben das ist der Gutschein. Mit ihm soll das Kind in seiner Entscheidung beeinflusst werden.
Ältere verstehen: Das soll mich beeinflussen
Es kam heraus, dass jüngere Kinder das Geschenk häufiger annehmen als ältere. Sie finden, der Gutschein könnte einfach nett gemeint sein. Die älteren Kinder hingegen sagten: Ich würde das Geschenk nicht annehmen. Der will mich damit beeinflussen und so gewinnen. In der ältesten Gruppe entschieden sich dann mehr als acht von zehn Mädchen und Jungen für das besser gemalte Bild als Gewinner.
Die Forschenden haben eine Vermutung, woran es liegen kann, dass jüngere Kinder das Geschenk häufiger annehmen und die Beeinflussung dahinter nicht erkennen. Sie erklären: Um das Geschenk als Bestechung zu verstehen, muss man die Situation aus drei Blickwinkeln betrachten.
Diese Blickwinkel sind: Was will der Schenkende damit erreichen? Was macht das Geschenk mit meiner Entscheidung? Was bedeutet es für den, der das bessere Bild gemalt hat, aber verliert? Jüngere Kinder können sich das alles noch nicht in dieser Form überlegen, erklären die Fachleute.
© dpa-infocom, dpa:260211-930-671939/1