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Laura steckt an der Grenze fest

20. November 2018

Laura ist sechs Jahre alt und lebt gerade auf einem Sportplatz unter einer Zeltplane. Vor ein paar Tagen ist sie hier angekommen, zusammen mit ihrer Mutter Melissa Gúzman und ihrem elf Jahre alten Bruder.

Der Sportplatz liegt in Tijuana. Das ist eine große Stadt in dem Land Mexiko, direkt an der Grenze zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort möchten Laura und ihre Familie gerne hin. Doch ob sie in die USA reisen dürfen, ist noch nicht klar. Also stecken sie erst mal fest.

Laura und ihre Familie haben eine lange Reise hinter sich. Mehr als 4000 Kilometer haben sie zurückgelegt, erzählt Lauras Mutter, zu Fuß, in Lastwagen und Bussen.

Eigentlich kommen sie aus dem kleinen Land Honduras in Mittelamerika. «Wir mussten unser Land verlassen, weil es dort zu viel Gewalt gibt und keine Arbeit», erzählt Melissa Gúzman. «Ich möchte eine bessere Zukunft für meine Kinder.» Sie wünscht sich, dass ihre Kinder in eine gute Schule gehen können. Auf dem Sportplatz in Tijuana ist das nicht möglich.

Ähnlich wie Laura und ihre Familie haben sich in letzter Zeit Tausende Menschen auf den Weg Richtung USA gemacht. Doch in dem großen Land sind sie nicht überall willkommen. Manche finden, die USA könnten nicht alle Menschen aufnehmen. Auch der Präsident der USA ist dieser Meinung.

Andere sagen: Wir müssen Flüchtlingen wie Lauras Familie helfen. In Mexiko spenden viele Helfer gerade Kleidung für die Flüchtlinge. Laura trägt am liebsten Hosen. Das Mädchen hat sich von zu Hause aber auch ein schickes Kleid mitgenommen. «Mir gefällt Mode sehr gut», sagt Laura. «Mir gefällt es, Sachen zum Anziehen auszusuchen.»

Auf ihren Schuhen sind Bilder aus dem Film «Die Eiskönigin» zu sehen. Auf Englisch: «Frozen» (gesprochen: frosen). «Frozen ist mein Lieblingsfilm», sagt Laura. «Ich mag Elsa lieber als Anna, weil sie zaubern kann.» Ansonsten malt Laura gerne und spielt mit Freunden. «Hier habe ich auch schon Freunde gefunden», sagt sie. Allzu lange möchte Laura aber natürlich nicht unter einer Zeltplane leben.

Von Amelie Richter, dpa

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