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Fremde Tiere im Wasser machen auch Probleme

Von dpa

Menschen siedeln Tiere in einer Gegend absichtlich neu an. Sie denken, das sei eine gute Idee. Forschende haben solche Fälle untersucht und berichten: Es gibt oft auch Schwierigkeiten.

Henry Wasswa/dpa

Da sind Tiere an Bord des Schiffs. Doch niemand bemerkt es. So gelangen manchmal Arten in Gegenden der Welt, in denen sie nicht heimisch sind. Wenn sie dort keine Fressfeinde haben, können sich die Tiere schnell ausbreiten. Man nennt sie invasive Arten. 

Forschende haben sich gerade eine besondere Form invasiver Arten angeschaut: Tiere, die im Süßwasser leben und absichtlich außerhalb ihrer Heimat angesiedelt wurden. Die Menschen versprechen sich Vorteile davon, unterschätzen dabei aber regelmäßig die Nachteile, berichten die Wissenschaftler. Fast jede zweite untersuchte Art mache Probleme.

Großer Räuber frisst andere Fische

Als Beispiel nennen sie unter anderem den Viktoriasee im Osten Afrikas. Dort wurden vor ungefähr 60 Jahren Nilbarsche angesiedelt. Damit wollten die Leute die Fischer dort unterstützen. Doch sie bewirkten das Gegenteil. Die riesigen Nilbarsche fraßen nämlich jede Menge der dort heimischen Fische. Die wurden deutlich weniger. Viele Fischer konnten nicht mehr genug fangen und verloren ihre Grundlage zum Leben. 

Die Wissenschaftler untersuchten auch Arten, die in ihrer neuen Heimat Schäden verursachen oder gefährlich für Menschen sind. In Deutschland und Frankreich zum Beispiel wird in manchen Aquarien ein Stechrochen aus Südamerika gehalten. Er kann Menschen verletzen. Naturschützer kritisieren das Halten dieses Rochens als Zierfisch grundsätzlich. Er wird dafür nämlich in seiner südamerikanischen Heimat gefangen und kommt dort inzwischen seltener vor.

Solche und andere Folgen sollten immer langfristig beobachtet werden, empfehlen die Forschenden. Denn nur so verstehe man, was die angesiedelten Tiere in ihrer neuen Heimat bewirken.

© dpa-infocom, dpa:260308-930-785578/1