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Niedliche Räuber verursachen Probleme

Von dpa

Mit ihrer schwarzen Augenmaske sehen Waschbären niedlich aus. Doch Forschende wollen auch informieren, welche Probleme die Tiere machen.

Waschbären haben viele Fans. Das liegt am putzigen Gesicht und der witzigen Art, die Pfoten zu bewegen: als würde sie Hände waschen. Die Tiere kommen eigentlich aus Nordamerika. Aber sie fühlen sich auch in Deutschland ziemlich wohl.

Doch dort, wo zu viele Waschbären leben, können sie Probleme verursachen. Das ist zum Beispiel in Kassel im Bundesland Hessen der Fall. Dort wollen manche Menschen deshalb mehr Kleinbären an den Kragen. 

Jagen erlaubt

Gejagt werden dürfen die Tiere auch jetzt schon. In Hessen will die Regierung zusätzlich die Schonzeit von März bis Ende Juni abschaffen. Auch einige Fachleute sind dafür. 

Es sei jedoch schwierig, die Menschen von der Notwendigkeit zu überzeugen, meint der Wildtierbiologe Norbert Peter: «Beim Waschbär haben wir das Problem, dass er einfach ein Sympathieträger ist.» Das bedeutet, viele Menschen finden die Tiere toll. Es sei also wichtig, zu erklären, was für Schäden Waschbären anrichten.

Gefahr für bedrohte Arten

Denn Waschbären fressen alles, was sie gerade kriegen können. Sie plündern so auch Nester von bedrohten Tierarten. «Der Waschbär gefährdet massiv Arten wie Rebhuhn, Kiebitz, Feldlerche, aber auch Amphibien, Reptilien und Feldhasen», sagt Markus Stifter vom Landesjagdverband Hessen. 

Wildtierbiologe Norbert Peter stimmt zu. Er untersucht das Jagdverhalten von Waschbären in ausgewählten Naturschutzgebieten. 

Artenschutz wichtiger

Auch ein Sprecher vom Naturschutzbund Hessen sagt, der Waschbär sei eine Gefahr für einige bedrohte Arten. Aber für seine Organisation stünde der Schutz von Arten immer im Vordergrund. Das funktioniere am besten durch die Wiederherstellung von Lebensräumen, nicht durch die Bekämpfung von Feinden.

© dpa-infocom, dpa:250717-930-809032/2