
Das Nachtigall-Weibchen hört genau hin. Es möchte einen Partner, dessen Gesang ihr gefällt. Deswegen singen die Vogel-Männchen abends um die Wette. Wenn spät am Abend ein Vogel singt, könnte das eine Nachtigall sein, genauer ein Nachtigall-Männchen. Die kleinen Vögel singen dann, um Weibchen anzulocken. «Die Nachtigallin nimmt aber nicht den Erstbesten, sie hört sich mehrere Männchen an, weshalb es zu regelrechtem Wettsingen kommen kann», sagt der Vogelexperte Martin Rümmler vom Naturschutzbund. Die Vögel versuchen also, sich gegenseitig zu übertrumpfen. Ungefähr 180 verschiedene Strophen haben sie drauf. Wenn sie eine Partnerin gefunden haben, hören die Nachtigall-Männchen wieder auf zu singen. «Nachtigallen, die Mitte Mai noch singen, sind in der Regel unverpaarte Männchen.» Sie hoffen, zuletzt doch noch ein Weibchen zu finden, sagt der Fachmann. Auch nach dem Schlüpfen der Küken fangen die Männchen wieder an zu singen. Sie bringen es ihrem Nachwuchs bei.

Gesangsunterricht für Jungvögel
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