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Tief durchatmen und Hilfe holen

Von dpa

Egal, wie wütend jemand ist: Gewalt ist nicht okay! Ein Fachmann weiß, wie man mit Streit in der Klasse besser umgehen kann.

Arne Dedert/dpa

Wenn man unterschiedlicher Meinung ist oder jemand geärgert wird, kann das schon mal passieren: Es gibt Streit in der Klasse. Das ist erst mal normal. Gefährlich wird es aber, wenn Gewalt im Spiel ist. Eine Umfrage hat gezeigt, dass das an vielen Schulen häufiger vorkommt als früher. Ein Experte hat Tipps, wie es gar nicht erst so weit kommt.

Selbst versuchen, den Streit zu beenden

Wolfgang Müller ist Sozialpädagoge im Bundesland Sachsen. Er erklärt: «Wenn man selbst wütend ist auf jemand anderen aus der Klasse, ist es immer gut, nicht sofort etwas zu machen.» Stattdessen helfe es, erst mal durchzuatmen. Dann könne man überlegen, was genau einen eigentlich wütend macht. Darüber könne man auch mit Freundinnen und Freunden oder den Eltern reden. Wenn man es sich zutraut, könne man versuchen, das Problem selbst mit dem anderen Kind zu besprechen.

Das Gleiche gilt, wenn man Konflikte bei anderen mitbekommt. «Wenn Streit in der Klasse ausbricht, kann man erst einmal versuchen, ob man das selber hinkriegt», sagt Wolfgang Müller. 

Erwachsene können helfen

Und wenn man als Klasse nicht weiterkommt? An manchen Schulen gebe es Streitschlichterinnen und Streitschlichter. Auch Sozialarbeiter oder Lehrkräfte könne man bei Streit dazuholen, schlägt Herr Müller vor. Die können helfen: «Erst einmal geht es darum zu gucken: Was ist eigentlich los?» Wenn geklärt ist, wer worüber streitet, könne man in einem Gespräch versuchen, den Konflikt zu beenden. Dabei sei wichtig, dass beide Seiten gehört werden und zusammen eine Lösung finden.

Kommt es tatsächlich zur Gewalt zwischen Klassenkameraden, rät Herr Müller, sich zu fragen: «Bringt es etwas einzugreifen, oder eskaliert das die Situation nur weiter?» Denn sich selbst in Gefahr bringen, sollte man nicht. Wichtiger sei es, Hilfe zu holen: «Wenn Gewalt im Spiel ist, sollte man die Erwachsenen in der Schule hinzuziehen.»

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