
Die Drohne am Leipziger Flughafen hat zwar keinen Schaden angerichtet. Der Vorfall sorgt trotzdem für Diskussionen. Eine Frage ist: Wer muss sich um die Abwehr gefährlicher Drohnen kümmern?

Am Flughafen Leipzig/Halle starten und landen Transportmaschinen.

Nach dem Drohnenfund auf dem Flughafen sucht die Polizei das Gelände nach Spuren ab.

Manche Firmen stellen Drohnen her, die andere Drohnen einfangen.
Rund um Flughäfen sind Drohnenflüge verboten. Denn selbst ohne böse Absicht gefährden die Fluggeräte den Verkehr. Trotzdem ist es mehrfach passiert. Der neueste Vorfall am Flughafen Leipzig scheint besonders schlimm. Wir beantworten wichtige Fragen dazu.
Was ist passiert?
Die am Flughafen Leipzig/Halle entdeckte Drohne wurde zwar zum Absturz gebracht und richtete keinen Schaden an. Bei einer Untersuchung durch die Polizei kam aber heraus: Das Fluggerät trug Sprengstoff. Wäre der explodiert, hätte es schlimm ausgehen können. Denn in der Nähe standen Transportflugzeuge.
Warum ist die Aufregung so groß?
Der Sprengstoff macht klar, hier hat sich nicht einfach jemand verflogen. Fachleute ordnen den Vorfall vom Dienstagabend als Gefahr für ganz Deutschland ein, nicht nur einen Flughafen. Fachleute nennen das einen hybriden Angriff. Das bedeutet, es werden verschiedene Mittel eingesetzt. Das soll ein Land schwächen und den Menschen Angst machen. Interesse daran haben oft andere Staaten.
Wer hinter dem Drohnenflug von Leipzig steckt, ist unbekannt. Manche vermuten, es könnte Russland sein. Denn die Ukraine lässt Transportflugzeuge von Leipzig aus fliegen. Russland wiederum führt Krieg gegen die Ukraine.
Wie kann sich Deutschland besser gegen gefährliche Drohnen schützen?
Die Technik dazu gibt es, sagt der Chef einer Waffenfirma. Solche Systeme erkennen zum Beispiel Drohnen von Weitem oder können sie gezielt abfangen. Manche Leute sehen das Problem eher woanders. Für die Drohnenabwehr sind mehrere Stellen zuständig: zum Beispiel die Polizei, der Flughafen, im Notfall die Bundeswehr. Deshalb wurde vor einigen Monaten auch ein Drohnenabwehrzentrum eröffnet. In dem tauschen sich verschiedene Behörden aus. Ein Politiker meint: «Es muss immer unmissverständlich klar sein, wer wann wofür zuständig ist.» Einige Leute finden, genau das müsste verbessert werden.
© dpa-infocom, dpa:260807-930-497404/1