
Sollten Kinder WhatsApp, Instagram oder Tiktok nutzen dürfen? Mit der Frage beschäftigt sich sogar die deutsche Regierung. Fachleute sollen für sie herausfinden, welche Regel sinnvoll wären.

Soll es eine Altersgrenze für soziale Medien geben? Darüber wird gerade viel gesprochen.

Die Familienministerin Karin Prien (rechts) hat die Experten-Gruppe beauftragt.
Immer wenn es um dieses Thema geht, zeigen Leute nach Australien. In dem Land gilt seit vergangenem Jahr ein Social-Media-Verbot für alle unter 16 Jahren. Ein Streitthema ist das auch in Deutschland. Im Auftrag der Regierung sollten Fachleute deshalb einen Überblick über die Lage liefern. Am Montag stellten sie den ersten Bericht vor. Hier kommen Fragen und Antworten dazu.
Nutzen wirklich so viele Kinder soziale Medien?
Im Bericht heißt es, dass immer mehr junge Kinder soziale Medien nutzen. Fast die Hälfte der Sechs- bis Dreizehnjährigen besitzt mittlerweile ein Smartphone. Zu den wichtigsten genutzten Apps gehören WhatsApp, Instagram, Snapchat, Tiktok und YouTube.
Was sind die Probleme?
Es geht bei dem Thema um den Schutz von Kindern und Jugendlichen. Probleme sind also die möglichen Gefahren. So zeigen manche Apps einem auch ungewollt schlimme Dinge. Damit sind zum Beispiel Szenen mit Gewalt gemeint, die man auf der Suche nach aktuellen Ereignissen findet. Das kann verstören oder Angst machen. Auch zeigen einige junge Nutzerinnen und Nutzer Suchtverhalten. Das bedeutet, sie können nicht aufhören, bestimmte Apps zu nutzen. Wie gefährdet Kinder und Jugendliche sind, sei aber sehr unterschiedlich, berichten die Fachleute.
Gibt es auch gute Seiten?
Ja, soziale Medien helfen Freundschaften zu pflegen und in Kontakt zu bleiben, fanden die Fachleute heraus. Sie schaffen Orte, wo man Unterstützung finden kann oder andere Menschen, die ähnlich sind wie man selbst. Das sei auch wichtig für die eigene Entwicklung. Außerdem gehören sie für viele Menschen zum Alltag. Auch junge Menschen sollten einbezogen werden.
Wie geht es jetzt weiter?
Eine Altersbeschränkung würde nicht viel bringen, sagt der Vorsitzende der Experten-Gruppe. Das Beispiel Australien zeige, dass Kinder und Jugendliche Wege finden, sie zu umgehen. Wichtig sei es, den Umgang mit sozialen Medien besser zu lernen. Dabei müssten alle zusammenarbeiten: Eltern, Schulen, Fachleute, Ärzte. Genauere Empfehlungen an die Politik soll die Experten-Gruppe Ende Juni geben.
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