
Langsamer fahren! Das fordern Fachleute. Denn wenn die erlaubte Geschwindigkeit geringer wäre, würden Unfälle zwischen Autos und Fußgängern weniger schlimm ausgehen.

Siegfried Brockmann zeigt mit einer Puppe, was bei einem Unfall zwischen Fußgänger und Auto passieren kann.

Bei dem Crashtest fliegt die Puppe meterweit durch die Luft.

Siegfried Brockmann ist Unfallforscher.
Erst nach links und rechts gucken. Kommt sicher kein Auto? Dann kann man die Straße überqueren. Klingt eigentlich ganz leicht, trotzdem gibt es immer wieder Unfälle mit Autos und Fußgängern.
Die meisten dieser Unfälle passieren beim Überqueren der Straße. Das haben Forschende einer Stiftung herausgefunden. Sie haben hunderte Unfälle ausgewertet. Am Donnerstag stellten sie ihre Ergebnisse vor.
Viele Autos seien mit einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen, sagt der Unfallforscher Siegfried Brockmann von der Stiftung. So schnell darf man in der Regel auf Straßen innerhalb eines Ortes fahren. Die Fachleute finden aber: das ist zu schnell!
Tempo 30 wäre sicherer
Kommt es bei solchen Geschwindigkeiten zu Unfällen, gehen diese für Fußgänger schlimm aus. Das zeigen die Fachleute an einem sogenannten Crashtest-Dummy. Das ist eine Puppe, die so groß und schwer ist wie ein Mensch. Bei dem vorgeführten Unfall wird die Puppe von vorne erfasst und meterweit geschleudert. Ein echter Mensch hätte das wohl nicht überlebt, sagt der Fachmann.
Die Fachleute der Stiftung fordern daher: Tempo 30! Solche Schilder stehen zum Beispiel häufig vor Schulen. Doch würde Tempo 30 auch anderswo in Orten gelten, wäre der Straßenverkehr sicherer für Fußgänger. Damit könnten Leben gerettet werden, sagt Herr Brockmann.
Warten, bis alles frei ist
Für Fußgänger gilt: Lieber einmal mehr gucken und abwarten, ob ein Auto auch wirklich hält. «Wenn ein Zebrastreifen da ist, sollte man ihn benutzen, aber niemals glauben, dass Autofahrer immer anhalten», sagt Herr Brockmann. Kinder seien häufig in Unfälle verwickelt, weil sie etwa zwischen parkenden Autos übersehen werden. «Oft passiert der Fehler, dass wenn ich ein Auto sehe, ich davon ausgehe, dass das Auto auch mich sieht», sagt er. Das sei aber nicht unbedingt der Fall. «Also bitte immer warten, bis alles frei ist und kein Auto mehr kommt.»
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