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Expertin: «Kinder müssen sich nicht selbst schützen»

Von dpa

Fiese Sprüche, böse Chat-Nachrichten oder sogar körperliche Gewalt – so etwas tut immer weh. Was Kinder dann tun können und an wen sie sich wenden sollten, erklärt eine Kinderschutz-Expertin.

Christian Charisius/dpa

Worte können wehtun. Das weiß jedes Kind, dass schon einmal geärgert wurde. Noch schlimmer ist es, wenn unter Kindern sogar körperliche Gewalt stattfindet. So extrem soll es im Bundesland Baden-Württemberg passiert sein. Dort soll eine Gruppe von Mädchen andere Jugendliche beleidigt, geschlagen und getreten haben. Ab Donnerstag beschäftigt sich ein Gericht mit dem Fall. Drei der Mädchen müssen sich für ihre Taten verantworten.

Doch was kann man tun, damit es gar nicht erst so weit kommt? Wenn etwa die Freundin oder der Freund geärgert oder geschubst wird? Klar ist: «Kinder müssen sich nicht selbst schützen», sagt Martina Huxoll-von Ahn vom Kinderschutzbund. «Kinder haben immer ein Recht darauf, Hilfe zu bekommen.»

Helfen, aber nicht selbst in Gefahr bringen

«Wenn auf dem Pausenhof wirklich jemand gehauen wird, dann sollten Gleichaltrige eingreifen», meint die Kinderschutz-Expertin. «Natürlich nur, wenn sie selber dazu in der Lage sind und sie sich nicht selbst in Gefahr bringen.» Ansonsten: schnell einen Lehrer oder eine Lehrerin holen! 

Man solle sich nicht alles gefallen lassen, aber selbst zurückzuhauen, sei nie der richtige Weg, sagt die Fachfrau. Lieber solle man Hilfe suchen und Erwachsene ins Vertrauen ziehen. Das gilt auch für Ärgern im Internet: «Auch dann sollte man mit Erwachsenen reden und erst einmal das Handy ausmachen», erklärt Martina Huxoll-von Ahn.

Generell rät die Fachfrau: Bekommt man Gewalt mit, sollte man am besten mit Eltern oder Lehrkräften sprechen. «An vielen Schulen gibt es auch Sozialarbeiter, die helfen können.» Kinder sollten keine Angst davor haben, von ihrem Kummer zu erzählen. 

Wer nicht mit Eltern oder Lehrern reden will, kann auch die Nummer gegen Kummer anrufen. Unter der Telefonnummer 116 111 können Kinder über ihre Sorgen sprechen. Das Angebot ist kostenlos und man muss nicht sagen, wie man heißt oder wo man wohnt.

© dpa-infocom, dpa:240222-99-85014/3