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Experte für Judenfeindschaft: «Wissen ist wichtig!»

Von dpa

Eine Umfrage zeigt: Viele junge Leute wissen nicht, was mit Holocaust gemeint ist. Dabei ist es wichtig, über die Verbrechen von vor 90 Jahren zu sprechen, meint ein Experte.

Kennst du die Begriffe Holocaust und Schoah? Nein? Dann geht es dir wie anderen jungen Leuten in Deutschland. Denn eine Umfrage von Fachleuten zeigt: Ungefähr jeder Zehnte zwischen 18 und 29 Jahren hat noch nie etwas davon gehört. In anderen Ländern in Europa sieht es ähnlich aus.

Mit Holocaust ist ein grausames Verbrechen gemeint: die Verfolgung und der Mord an Millionen Jüdinnen und Juden in Europa durch die Nationalsozialisten, kurz Nazis genannt. Sie zettelten den Zweiten Weltkrieg an und gingen gegen alle vor, die ihnen nicht passten. Dazu zählten politische Gegner, aber auch Sinti, Roma und Behinderte. Viele jüdische Menschen benutzen lieber das Wort Schoah, wenn sie über die Verbrechen vor rund 90 Jahren sprechen.

Geschichte Deutschlands kennenlernen

Aber warum wissen viele junge Leute nicht, was damals passiert ist? Dervis Hizarci sieht zwei wichtige Gründe. Er ist Experte für Antisemitismus, also die Feindlichkeit gegenüber jüdischen Menschen. Er erklärt: «Zum einen möchten sich viele mit der unangenehmen Vergangenheit nicht beschäftigen.» Sie fänden das lästig und verfälschten sogar Fakten aus der Geschichte.

Aber: «In Deutschland leben heute Menschen, die ganz unterschiedlich aufgewachsen sind und auch später nach Deutschland gekommen sind», sagt der Fachmann. «Einige kennen die Geschichte Deutschlands deshalb nicht so gut und müssen darüber mehr erfahren.»

In Schulen sprechen

Zum Beispiel sollte darüber in Schule aufgeklärt werden, findet Dervis Hizarci. «Um zu zeigen, wohin Ungerechtigkeit und Hass führen können, müssen wir aus der deutschen Geschichte und den Verbrechen von damals lernen», sagt er. «Wissen ist wichtig!»

Menschen hätten Vorurteile. Aber aus vermeintlich harmlosen Vorurteilen könnte böser Hass werden. «Dagegen müssen wir aufklären», fordert Dervis Hizarci. Er wünscht sich eine Zukunft, in der Hass und das Böse keinen Platz haben. «Umso wichtiger ist es, sich an diese Gräueltaten zu erinnern und daraus zu lernen, um solche Verbrechen heute niemals zuzulassen.»

© dpa-infocom, dpa:250123-930-353337/1