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Dschauad spielt im Theater und vergisst den Krieg

Von dpa

Im Land Libanon herrscht seit Wochen Krieg. Auch Kinder leiden und haben Angst. In einem Theater in Beirut können Dschauad und andere Kinder spielen und sich von Sorgen ablenken.

Der 12-jährige Dschauad lebt im Libanon. Das ist ein Land am Mittelmeer. Eigentlich wohnt er dort mit seiner Familie in einem Ort im Süden des Landes. Doch er musste sein Zuhause mit seinen Geschwistern und seinen Eltern plötzlich verlassen. Im Libanon ist vor einigen Wochen ein Krieg ausgebrochen.

«Ich habe mit meinen Freunden Fußball gespielt», erzählt Dschauad. «Dann gab es neben uns einen Angriff. Wir haben mehrere laute Explosionen gehört.» Schnell packte seine Familie ein paar Sachen zusammen. Dann fuhren sie mit dem Auto weit weg. Es war in seinem Heimatort zu gefährlich geworden. 

Schlafen bei Verwandten oder in der Schule

Dschauad wohnt jetzt mit seiner Familie in einer Schule in der Hauptstadt Beirut. Viele Menschen im Libanon müssen zurzeit in Schulen schlafen, weil sie wegen des Krieges nicht in ihr Zuhause können. Andere Kinder und Familien kommen bei Tanten, Onkels, Cousinen und Cousins oder anderen Verwandten unter.

In Beirut hat Dschauad ein besonderes Projekt entdeckt. In einem Theater treffen sich Kinder und Jugendliche. Allen von ihnen ist das Gleiche passiert wie Dschauad: Sie haben zurzeit kein Zuhause mehr. Doch im Theater haben sie ein neues Hobby und Ablenkung gefunden.

Auftritt im Theater

Dschauad trifft dort jeden Tag neue Freunde. Gemeinsam arbeiten sie an einem Theaterstück. «Am Anfang war ich ein bisschen schüchtern auf der Bühne», sagt der 12-Jährige. «Aber dann hat es richtig Spaß gemacht.» Jeder darf hier seine eigene Geschichte auf der Bühne erzählen. Dschaud hat fleißig geübt für die Aufführung!

Dazu sind alle Freunde und Familien eingeladen. Auch Dschauads Mutter und seine Schwestern sind gekommen. Auf der Bühne spielt er Fußball und schießt ein Tor. Das Publikum und seine Freunde auf der Bühne klatschen für Dschauad. In diesem Moment kann er alles vergessen. Auch seine Mutter ist stolz. «Vielleicht wird er einmal ein berühmter Schauspieler», sagt sie.

Das Theaterstück heißt «Wir kommen zurück». Auch Dschauad hofft, dass er bald wieder in seinem eigenen Bett in seinem Zuhause ohne Krieg schlafen kann.

© dpa-infocom, dpa:260403-930-902556/1