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Doppelpunkte und Sternchen in Wörter

Von dpa

Felix Hörhager/dpa

Lehrer, Handwerker, Richter. Sind alle Leute, die diese Berufe ausüben, Männer? Oder sind auch Frauen berücksichtigt? In der deutschen Grammatik sind mit der männlichen Form auch Frauen gemeint. Das nennt man generisches Maskulinum. Manche Leute wünschen sich in der Sprache aber mehr Gleichberechtigung, etwa durch das Gendern (gesprochen: dschändern). Gendern bedeutet, eine geschlechtergerechte Sprache zu verwenden. Diese Sprache wurde gerade für Ämter und Schulen in Bayern verboten. Doch was spricht für das Gendern? Und was dagegen?

Dafür

In einem Chor machen 100 Sänger mit. Wärst du überrascht, wenn darunter 99 Frauen wären? Und wenn dir jemand erzählt, dass er gerade beim Bäcker war: Denkst du an einen Bäcker oder eine Bäckerin? Die Befürworter des Genderns finden: Durch das generische Maskulinum in unserer Grammatik würden Frauen nicht angemessen berücksichtigt.

Unsere Sprache beeinflusst unsere Gesellschaft. Die besteht zwar gleichermaßen aus Frauen und Männern. Doch unsere Grammatik versteckt die Frauen häufig. Sie hat sich in einer Zeit entwickelt, als die Gesellschaft besonders stark von Männern geprägt war. Seitdem hat sich einiges geändert, deshalb verändert sich auch die Sprache.

Dagegen

Eine Möglichkeit des Genderns ist, Zeichen wie Sternchen, Doppelpunkte oder ein großes I in bestimmten Worten zu verwenden. Also: Lehrer*innen, Schüler:innen, StudentInnen. Viele Leute finden, die Sprache werde dadurch umständlich. Sie fühlen sich beim Lesen gestört. Die Gegner verweisen darauf, dass die Frauen auch mit der männlichen Form gemeint sind.

Auch der Rat für deutsche Rechtschreibung rät von den Genderzeichen ab. Texte sollten vor allem verständlich sein. Sternchen und andere Zeichen innerhalb von Wörtern seien nicht eindeutig genug und schwerer lesbar. Befragungen zeigen, dass die Mehrheit der Leute in Deutschland gegen Gendersprache ist.

© dpa-infocom, dpa:240325-99-461056/3