
Matisse aus Berlin hat von seiner Mutter Französisch gelernt und von seinem Vater Deutsch. Der Zehnjährige erzählt, wie es ist, zweisprachig aufzuwachsen und welche Vorteile das manchmal hat.

Matisse hat Französisch von seiner Mutter und Deutsch von seinem Vater gelernt.

Irgendwann möchte Matisse auch noch Arabisch und Spanisch lernen.
Französisch zu sprechen, das finden viele in Deutschland ganz schön schwer. Beim zehnjährigen Matisse aus Berlin ist es ein bisschen anders: Französisch ist eine seiner Muttersprachen. So nennt man eine Sprache, die ein Mensch von seinen Eltern lernt und die er im Alltag gebraucht.
Matisse hat Französisch von seiner Mutter Salima gelernt. Sein Vater Rainer spricht mit ihm, seiner Zwillingsschwester und dem großen Bruder Deutsch. Wenn die ganze Familie zusammen ist, kommt sogar noch Englisch hinzu. Denn Matisses Eltern unterhalten sich untereinander auch in dieser Sprache.
Matisse findet: Französisch klingt sehr schön
Ist das verwirrend? Matisse findet: nein. Der Zehnjährige mag Französisch supergern: «Man kann sich gut ausdrücken damit, und ich mag den Klang
sehr.» Deutsch kann Matisse allerdings besser als Französisch, sagt er. Deshalb kommt es auch mal vor, dass er ein deutsches Wort einbaut, wenn ihm ein Begriff auf Französisch gerade nicht einfällt.
Deutsch ist auch die Sprache, in der Matisse denkt und träumt. Das ändert sich allerdings, wenn er viel Französisch spricht und hört. «Als wir mal in Frankreich waren, habe ich auf Französisch gedacht», erzählt er.
Eine Art Geheimsprache in der Schule
In der deutschen Schule ist es manchmal besonders praktisch, Französisch zu können. So kann sich Matisse mit seiner Zwillingsschwester über Dinge unterhalten, von denen die anderen nichts mitbekommen sollen.
Irgendwann möchte Matisse noch Arabisch und Spanisch lernen, sagt er. Arabisch spricht man im Land Marokko, aus dem seine Großeltern kommen. Außerdem findet er die Sprache einfach schön.
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