
Der Bildungsbericht informiert darüber, wie es in Kitas und Schulen in Deutschland läuft. Fachleute beobachten zwei wichtige Entwicklungen.

Nach dem Geburtenknick könnte es bald weniger Schulkinder in den Klassen geben.

Die Bildungsschere sagt, dass nicht jedes Kind die gleichen Chancen auf gute Bildung hat.

Ein Bildungsforscher und zwei Politikerinnen haben den Bildungsbericht vorgestellt.

In den Klassenzimmern könnte es bald leerer werden.
Wie steht es um die Bildung in unseren Schulen? Wie gut können die Schülerinnen und Schüler dort lernen? Solche Fragen versucht der Bildungsbericht alle zwei Jahre zu beantworten. Am Montag wurde er wieder veröffentlicht. Darin dreht sich viel um einen Knick und eine Schere.
Mit dem Knick ist der Geburtenknick gemeint. Fachleute meinen damit, dass sich die Entwicklung der Geburten in Deutschland verändert. Seit Jahren kommen weniger Babys zur Welt. Das merkt man zuerst in den Kitas und später in den Schulen. Durch den Geburtenknick könnten schon bald manche Klassen kleiner werden.
Außerdem sprechen die Experten von der Bildungsschere. Die Schere ist ein Bild für zwei Gruppen, die erst zusammen sind und dann immer weiter auseinanderklaffen. In diesem Fall geht es darum, dass Kinder unterschiedliche Chancen haben, eine gute Bildung zu erhalten.
Knick könnte helfen
So wächst ein Kind etwa mit vielen Büchern, Geschichten und Zeit zum Lernen auf. Das andere hat es schwere, vielleicht weil Geld fehlt oder die Eltern erst selbst Deutsch lernen. Oftmals seien die Gründe ein Migrationshintergrund oder eben auch Armut, sagt Bildungsministerin Karin Prien über das Problem. Das müsse sich schnell ändern. «Und deshalb müssen wir uns noch stärker als bisher auf die frühe Bildung konzentrieren».
Bessere Bildung ist auf jeden Fall nötig. Denn der Bericht sagt auch: Schulkinder werden in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften insgesamt schwächer. Vielleicht könnte der Geburtenknick helfen: Bei etwas weniger Kindern in den Kitas und Schulen wäre für jedes einzelne Kind mehr Zeit vorhanden, um es zu betreuen und zu unterstützen.
© dpa-infocom, dpa:260615-930-226200/1