
Die Regierung Deutschlands will die Bundeswehr zur stärksten Armee Europas machen. Als Grund nennt sie die Bedrohung durch Russland.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (rechts) stellte zusammen mit dem obersten Chef der Bundeswehr seine Pläne vor.

Boris Pistorius ist als Verteidigungsminister für die Bundeswehr zuständig.

Wer in der Bundeswehr gearbeitet hat, kann später als Reservist eingesetzt werden.

In der Bundeswehr leisten Männer und Frauen Dienst. Es sollen noch mehr werden.
Wenn du deine Eltern oder Großeltern nach der Bundeswehr fragst, sagen die vermutlich: Die deutsche Armee hat uns früher nicht so interessiert. Über Soldaten und die Verteidigung Deutschlands sprach lange kaum jemand im Alltag. Das war ein Thema für Fachleute. Europa fühlte sich friedlich an.
Das hat sich extrem geändert. Denn vor gut vier Jahren begann Russland seinen Krieg gegen das Nachbarland Ukraine. Schon zuvor hatte sich der Präsident Russlands, Wladimir Putin, mehrfach aggressiv gegen andere Länder gezeigt. Aber nur wenige nahmen das als ernsthafte Bedrohung für uns in der Mitte von Europa wahr.
Russland als Gefahr
Die deutsche Regierung sieht das inzwischen anders. Deshalb soll die Bundeswehr stärker werden. Am Mittwoch stellte Verteidigungsminister Boris Pistorius die Pläne dafür vor.
Dabei nannte er Russland die größte Bedrohung für die Sicherheit in Europa. Denn: «Russland schafft die Voraussetzungen für einen militärischen Angriff auf Nato-Staaten.» Die Nato ist ein Militärbündnis, dem Deutschland angehört.
Ziel sei es nun, die Bundeswehr zur stärksten Armee in Europa zu machen. Mehrere hunderttausend Soldaten und Soldatinnen sollen in Zukunft auf einen möglichen Angriff vorbereitet sein.
Reserve stärken
Dazu gehören auch Reservisten. Das sind Menschen, die meist früher bei der Bundeswehr waren, aber jetzt in anderen Berufen arbeiten. Sie stehen für den Ernstfall als zusätzliche Kräfte bereit. Die Reserve soll nun besser ausgerüstet werden, kündigte der Minister an.
Er sagte zudem, dass auch mehr Technik wichtig sei. Denn die Bedrohung aus Russland betreffe nicht nur die Armee. Schon jetzt gibt es Versuche, alle möglichen Computersysteme anzugreifen und zu spionieren. Der Verteidigungsminister erklärte: Das alles abzuwehren, sei zur Daueraufgabe der Bundeswehr geworden.
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