
In manchen Geschäften oder Restaurants ist zu lesen: «Zahlen nur mit Bargeld möglich.» Das könnte sich bald ändern. Ein Minister plant, Läden dazu zu verpflichten, Kartenzahlungen zu akzeptieren.

Hier wird mit Karte bezahlt.

Solche Schilder könnte es bald weniger geben. Das Finanzministerium will, dass Kartenzahlung in allen Geschäften möglich ist.

Vor allem ältere Menschen zahlen gerne mit Bargeld.
Bar oder mit Karte? Diese Wahl haben Menschen häufig beim Bezahlen. Viele holen einfach ihre Bankkarte oder das Handy raus und halten es vor das Gerät. Es piept kurz und der Einkauf ist bezahlt, ohne dass man Scheine und Münzen im Geldbeutel zusammenzusuchen muss.
Doch in manchen Läden oder Restaurants geht das nicht. Es wird entweder gar keine Kartenzahlung akzeptiert oder erst ab einem bestimmten Betrag. Für einen Döner zum Beispiel braucht man dann Bargeld. Das soll sich bald ändern.
Plan: Karten müssen auch angenommen werden
Das Finanzministerium plant die Pflicht, Kartenzahlungen zu akzeptieren. Die Regel würde für alle Geschäfte und Restaurants sowie für Dienstleistungen gelten. Damit ist zum Beispiel das Haareschneiden beim Friseur gemeint.
Betroffen sind also Unternehmen. Wenn jemand auf einem Flohmarkt Dinge verkauft, braucht er dafür weiterhin kein Kartenlesegerät anzuschaffen. Zahlen per Karte anzubieten, kostet für die Geschäfte nämlich Geld. Das ist wohl ein Grund, warum gerade kleine Läden bisher darauf verzichten.
Mit dem neuen Gesetz sollen Menschen die Wahl haben, wie sie bezahlen. Bargeld wird natürlich weiterhin akzeptiert. Umfragen zeigen, dass vor allem ältere Menschen es noch bevorzugen.
Straftaten leichter aufdecken
Ein weiterer Grund für das Gesetz: Digitale Zahlungen werden meist gespeichert. Man kann also später besser nachvollziehen, wer wem Geld gegeben hat. Das hilft dabei, Straftaten aufzudecken: zum Beispiel, wenn jemand absichtlich keine Steuern bezahlt.
Das Gesetz mit den genauen Regeln muss allerdings erst geschrieben werden. Es kann sich also noch einiges ändern. Dann müssen die Politikerinnen und Politiker im Bundestag zustimmen. Das Finanzministerium würde die Regelung gerne im nächsten Jahr umsetzen.
© dpa-infocom, dpa:260911-930-669547/1