
Frauen aus der Ukraine treffen sich, um gemeinsam zu sticken. Dabei geht es um Gemeinsamkeit und die Frage, wie so etwas in schwierigen Zeiten helfen kann.

Olesia Kovalenko aus der Ukraine bestickt ein Hemd mit einem traditionellen Muster.

Olesia Kovalenko aus der Ukraine bestickt ein Hemd mit einem traditionellen Muster.

Die Forscherin Estibaliz Sienra Iracheta veranstaltet die Workshops.
Manche Menschen aus der Ukraine leben schon seit über vier Jahren nicht mehr in ihrem Heimatland. Sie sind geflüchtet, weil Russland ihr Land angreift. Bei Workshops in Berlin treffen sich Ukrainerinnen zum Sticken und nehmen dabei an einem Forschungsprojekt teil.
Spezielle Muster und Farben
Sie besticken Hemden und Blusen mit traditionellen bunten Mustern. Dabei geht es aber um mehr als die Handarbeit und den gemeinsamen Austausch. In der Ukraine haben die sogenannten Wyschywankas je nach Region oder Dorf unterschiedliche Muster und Farben. «Für Menschen, die durch den Krieg aus genau diesen Regionen vertrieben wurden, wird das Kleidungsstück zu etwas anderem: zu einem tragbaren Beweis dafür, dass die Heimat nicht verloren ist, sondern nur verlagert», sagt die Veranstalterin.
Die Veranstalterin ist eine Forscherin. Ihr Ziel ist es, herauszufinden, wie solche Traditionen Menschen in Krisensituationen stärken können.
© dpa-infocom, dpa:260906-930-640800/1