
Forschende haben mit Experimenten herausgefunden, was Hummeln machen, um nicht zu ertrinken. Diese Fähigkeit könnte für die Tiere immer wichtiger werden.

Hummel-Königinnen können einige Tage unter Wasser atmen, haben Forschende herausgefunden.

Die Forschenden untersuchten ungefähr 50 Hummel-Königinnen einer bestimmten Art.
Angefangen hat alles mit einem kaputten Kühlschrank. Er lief aus und setzte Röhrchen mit Hummeln darin unter Wasser. Die hielten gerade Winterschlaf, beobachtet von Forschenden. Als die Wissenschaftler die Überflutung nach einigen Tagen entdeckten, dachten sie: Das hat keine der Hummel-Königinnen überlebt. Doch die Tiere erholten sich wieder.
Die Forschenden aus dem Land Kanada fragten sich: Wie haben die Hummeln das geschafft? Sie untersuchten dafür ungefähr 50 Hummel-Königinnen. Mit Experimenten fanden sie heraus, dass diese auch unter Wasser atmen können. Bei der Atmung geht es um einen Gas-Austausch: Sauerstoff rein, Kohlendioxid raus.
Atmung und Energie-Gewinnung umstellen
Die Wissenschaftler verglichen dafür Röhrchen voll Wasser, mit und ohne Hummeln. Nach einigen Tagen waren in den Röhrchen mit den Tieren deutlich weniger Sauerstoff-Teilchen im Wasser vorhanden. Die Insekten hatten also offenbar welche verbraucht. Gleichzeitig stießen die Hummeln unter Wasser weiter Kohlendioxid aus.
Zusätzlich stellen die Tiere einen Teil ihrer Energie-Gewinnung um. Normalerweise verwendet der Körper dafür ebenfalls Sauerstoff. Mit dessen Hilfe baut er Nährstoffe in mehreren Schritten zu Energie um. Ist nicht genug Sauerstoff da, geht es vorübergehend auch ohne. Diesen Prozess konnten die Forschenden in ihren Tests mit den Hummel-Königinnen nachweisen.
Gut vorbereitet auf Überflutungen
Die Fähigkeit, unter Wasser überleben zu können, kann für die Hummeln immer wichtiger werden. Die Königinnen graben sich im Spätsommer in den Boden ein und verbringen den Winter dort. Diese Winterschlaf-Plätze können durch schmelzenden Schnee oder Regen überflutet werden. Durch den Klimawandel nehmen extreme Wetter-Ereignisse zu. Damit steigt auch das Risiko für überflutete Winterschlaf-Plätze. Die Hummeln sind dafür offenbar gut vorbereitet.
© dpa-infocom, dpa:260320-930-842622/1